DAX: Das Bullenlager muss wieder viel aufholen

Gast-Kolumne von Nicolai Tietze

Diese ersten zehn August-Tage 2011 wird jeder bis dato im Markt investierte Anleger wohl nicht so schnell vergessen. Wir konnten an den weltweiten Aktienmärkten eine nahezu beispiellose Talfahrt sehen. Im freien Fall ging es runter. In einer Schnelligkeit und Dynamik wie man es in den letzten Jahrzehnten nur sehr selten erlebt hatte. Schauen wir aber nach vorne, denn laut einer alten Börsenweisheit wird an der Börse die Zukunft gehandelt. Klar scheint zu sein: Jeder Crash wird eine Gegenbewegung erleben. Am Donnerstag ging es mit dem deutschen Leitindex jedoch erneut kräftig abwärts und der DAX® beendete den Handel mit dem größten Tagesverlust seit 2008. Weiter steigende Kurse werden wohl nur zustande kommen, wenn der europäischen Schuldenkrise effektiv und mit geeigneten Mitteln begegnet wird.

Inwieweit es seitens der Konjunkturdaten große positive Impulse in den kommenden Wochen geben wird, muss man abwarten. Die jüngsten deutschen BIP-Daten waren zumindest ein kleiner Dämpfer, wenngleich es für viele wohl nicht überraschend war, dass die Dynamik der deutschen Wirtschaft sich nach dem schwungvollen Jahresauftakt deutlich abgekühlt hatte, wie es das Statistische Bundesamt offiziell formulierte. Das bisherige Wirtschaftstempo scheint nicht mehr gehalten werden zu können. Sei es bei uns in Deutschland oder gar in den USA.

Sich aber deshalb aus dem Aktienmarkt zu verabschieden, seine DAX®-Aktien gänzlich zu verkaufen? Wo wären die großen Alternativen zu einem Aktien-Engagement? Vielleicht ein klassische Anleihe? Eine deutsche 10-jährige Bundesanleihe weist derzeit nur noch eine Rendite in Höhe von knapp 2 ‎Prozent p. a. auf. Wahrlich keine rosige Rendite, wenn man bedenkt, dass der DAX® wie viele andere Indizes auch in den letzten Tagen oft als „überverkauft“ eingestuft wurde. Und das vor dem Hintergrund, dass auf Basis der aktuellen Gewinnerwartungen der DAX®-Konzerne eine vergleichsweise günstige Bewertung der Aktien vorliegt.  Das Wort „Schnäppchen“ mag man da nur vorsichtig in den Mund nehmen.  Dennoch scheint es nicht unwahrscheinlich zu sein, dass das Kapital, das aus dem Aktienmarkt in den Crash-Tagen des August abgezogen wurde mittel- bis langfristig  wieder im selbigen landen könnte.

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