Leerverkäufe werden verboten

Es ist anscheinend die letzte Verteidigungslinie gegen die Markttumulte. Ab heute sind in Frankreich, Italien, Spanien und Belgien Leerverkäufe auf verschiedene Aktien, in der Hauptsache Banken und Versicherungen, verboten. Damit folgt man Griechenland, das diesen Schritt, relativ unbeachtet, schon am Montag gegangen war.

Es ist schiere Verzweiflung, welche die Börsenaufsichten treibt. Und es wundert auch nicht, dass es ausgerechnet die Peripherieländer und Frankreich sind, die solche Verbote, wenn auch erstmal nur temporär, aussprechen. Was die Peripherieländer umtreibt, wissen wir. Doch in den letzten Tagen war auch Frankreich immer mehr in den Fokus des Marktes gerückt, wenn es um die Aufrechterhaltung der bisherigen Top-Bonität von AAA für seine Schulden geht.

Die europäischen Länder stehen damit fest an der Seite u. a. auch asiatischer Märkte wie Südkorea oder auch der Türkei, die ähnliche Verbote ausgesprochen haben. Alle wollen sie damit verhindern, dass vor allem die Finanzwerte in den aktuellen Turbulenzen noch weiter nach unten gedrückt werden. Wohl wissend, dass in den Bankbilanzen natürlich erhebliche Risiken schlummern, was sich aus der Verschuldungskrise und auch der neuen Bonitätskrise ableiten lässt.

Dennoch: Konnte man das Verbot von so genannten Naked Short Selling während der 1. Finanzkrise noch verstehen, weil solche Art des Leerverkaufes mehr als anrüchig war, so sind die aktuellen Verbote doch noch mehr ein Sündenfall. Denn, so unser Verständnis, der Markt bzw. die Investoren müssen Gelegenheit haben, beide Seiten nutzen zu können. Nicht nur long, sondern eben auch short. Und was von den angekündigten 15 Tagen zu halten ist, welche die Verbote nur andauern sollen, bleibt dahingestellt. Bislang wurden immer wieder aus kurzfristigen Aktionen neue Spielregeln.

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