SNB stemmt sich gegen Franken-Aufwertung

Es hat schon etwas vom Kampf David gegen Goliath. In diesem Fall muss die Schweizerische Nationalbank die Rolle des David übernehmen, während sie vorerst aussichtslos gegen den Goliath Franken anrennt. Dieser strotzt vor Kraft, weil er von den Marktturbulenzen rund um den Globus profitiert und deshalb von vielen  Investoren als sicherer Hafen genutzt wird.

Nach dem US-Dollar droht nun auch im Euro die Parität, was der Schweizer Wirtschaft noch mehr zu schaffen macht. Doch die Möglichkeiten der SNB sind beschränkt, nachdem man sich schon in den vergangenen Jahren mit Devisen-Interventionen eine blutige Nase geholt hatte und nun grosse Währungsverluste in den Bankbilanzen zu stehen hat.

Es regiert das Prinzip Hoffnung. So ist die jüngste Zins-„Senkung“ zu verstehen, die den oberen Rand des Zielbandes von 0,75% auf 0,25% zurücknahm. So ist auch die nun erfolgte Ankündigung zu verstehen, dass man die Geschäftsbanken mit mehr Liquidität ausstatten will. Mit dem verfügbaren Geld, so die Spekulation der Notenbank, könnten die Banken in höher rentierliche Euro- oder Dollaranlagen gehen oder Schweizer Obligationen kaufen, was den Marktzins senken und damit für Investoren unattraktiver machen würde.

Ob diese Rechnung allerdings aufgeht, ist mehr als fraglich. Denn man sollte ja nicht vergessen, in welchem Marktumfeld wir uns derzeit bewegen. Ganz abgesehen davon, dass es gestern noch so aussah, als wenn die Börsenwelt unterginge, ist auch klar, dass die Banken unter den Aspekten der neuen Regulierungspläne darauf erpicht sind, eher renditestärkere und damit per Definition risikoreichere Anlagen zu meiden.

 

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