Bei Air Berlin geht’s ans Eingemachte

Seit gestern hat Air Berlin einen neuen Chef. Ex-Bahnvorstand Hartmut Mehdorn hat den Steuerknüppel der angeschlagenen Airline übernommen und bereits die Flugrichtung vorgegeben:

Sparen, sparen, sparen. Ob das Streckennetz, die Anzahl der Flugzeuge und selbst die Mitarbeiterzahlen – alles soll auf den Prüfstand. Und wie das Ergebnis ausfallen dürfte, scheint schon jetzt klar. Bei den Flügen ist das Sparziel bereits bekannt. So sollen insgesamt 7.500 Flüge allein noch in diesem Jahr gestrichen werden. Wegfallen sollen vor allem bisher unrentable Verbindungen wie die von Frankfurt nach Hamburg. Im kommenden Jahr sollen dann noch einmal rund 15.000 Flüge gestrichen werden.

Es ist absehbar, dass dies eine Rosskur werden wird. So ist es auch verständlich, dass von Mehdorn bislang nur als Interimschef gesprochen wird. Dieser hat zwar vor seinem Antritt durch den Kauf eines grösseren Aktienpakets Vertrauen in seinen Erfolg signalisiert. Doch ist klar, dass Downsizing nur der erste Schritt sein kann. Und Mehdorn ist weniger ein Mann der Visionen, sondern eben mehr der Sanierer. Und damit hat auch er ein Verfallsdatum an der Unternehmensspitze.

Es ist eine gefährliche Gratwanderung zwischen Kosten senken und Zukunft verspielen. Ob Mehdorn diesen Grat erfolgreich überwindet, bleibt dahingestellt. Die Börse jedenfalls ist momentan noch ganz angetan von der Idee, dass die Airline bald profitabel sein könnte. Doch so lange keine echte Vision vorhanden ist, sehen wir allenfalls immer mal wieder kurzfristige Spekulationschancen. Wobei wir aktuell aber vom Kauf abraten.

PrintFriendlyEmailShare

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>